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Einhundert Jahre Deutsches Volksliedarchiv: Jubiläum 2014

Im Jahr 2014 jährte sich der Gründungstag des Deutschen Volksliedarchivs zum einhundertsten Mal. Aus diesem Anlass veranstaltete das Forschungsinstitut drei Jubiläumstagungen, die sich den Themen transatlantische Musikbeziehungen, Gender und Religion widmeten.

   
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Die Themen lauten: 

  • Girls just want to have fun (?). Weibliche Starinszenierungen in der populären Musik
    (4. und 5. Juli 2014)
    Programm

  • Like a Prayer. Popmusik und Religion
    (24. und 25. Oktober 2014)
    Programm

  • Amerika-Euphorie - Amerika-Hysterie. Populäre Musik made in USA in der Wahrnehmung der Deutschen 1914-2014
    (13. bis 15. November 2014)
    Call for paper
    Programm

Weitere Informationen finden Sie im Anschluss.
Presseanfragen bitten wir zu richten an: info@zpkm.uni-freiburg.de
Verantwortlich: Dr. Dr. Michael Fischer, PD Dr. Christofer Jost

 

Girls just want to have fun (?)
Weibliche Starinszenierungen in der populären Musik
Zentrum für Populäre Kultur und Musik, 4. und 5. Juli 2014

Populäre Musik markiert seit jeher einen gesellschaftlichen Bereich, in dem Fragen der Konstruktion und Repräsentation geschlechtlicher Identität diskursiv und mitunter kontrovers ausgehandelt werden. Dabei lässt sich populäre Musik sowohl als Spiegelbild gesellschaftlicher Verhältnisse begreifen als auch als Experimentierfeld, in dem gängige Vorstellungen davon, was ‚männlich‘ und ‚weiblich‘ sei, hinterfragt werden. Vor diesem Hintergrund wird insbesondere die Beantwortung der Frage virulent, mit welchen Mitteln es Musikerinnen im Fortlauf der Zeit stets von neuem gelang, dem phallozentrischen Mainstream eine selbstbewusste Darstellung von Weiblichkeit entgegenzusetzen.

Die Tagung widmet sich dem Schaffen prominenter Musikerinnen in der populären Musik des 20. und 21. Jahrhunderts. Im Hinblick auf die Konzeption der Veranstaltung als Forschungstagung wird von Veranstalterseite aus intendiert, der Arbeit am konkreten Material hinreichend Raum und Zeit einzuräumen. Des Weiteren soll angesichts der nach wie vor ungelösten Fragen des noch jungen, sich etablierenden akademischen Bereichs der Popularmusikforschung auch methodentheoretischen Fragestellungen im Schnittfeld von Musik-, Medien-, Kultur- und Geschichtswissenschaft eine erhöhte Aufmerksamkeit geschenkt werden.

 

Like a Prayer. Popmusik und Religion
veranstaltet vom Zentrum für Populäre Kultur und Musik in Zusammenarbeit mit der Katholischen Akademie der Erzdiözese Freiburg
Katholische Akademie der Erzdiözese Freiburg, 24. und 25. Oktober 2014

Popkultur und Popmusik sind seit jeher soziale Felder, in denen Formen der Religiosität und Spiritualität thematisiert, praktiziert und miteinander abgeglichen werden. Dies lässt sich zum einen historisch mit Blick auf die afroamerikanische Liedkultur der Worksongs und Gospels begründen. Über die Generationen hinweg wurden deren Inhalte und Stilmerkmale weiter verarbeitet ‒ noch heute finden sich Anleihen aus diesen Musikkulturen in der sogenannten Black Music. Zum anderen sind zeitgeschichtliche Phänomene in den Blick zu nehmen. So wurden im Zuge einer allgemeinen Säkularisierung der (westlichen) Gesellschaften religiöse (Selbst-)Entwürfe zunehmend auf ästhetischem Gebiet bzw. in Subkulturen entwickelt und verhandelt. Popmusik bietet hier angesichts ihrer mannigfachen Erscheinungsformen (Tonträger, Bühnenshow, Videoclip, Website etc.) ein breites Spektrum an Ausdrucks- und nicht zuletzt Verbreitungsmöglichkeiten. Unter bestimmten Voraussetzungen kann Popmusik ‒ etwa hinsichtlich ihrer Rituale oder des Starkults ‒ selbst als religiöses Phänomen wahrgenommen werden.

Die Tagung „Like a Prayer. Popmusik und Religion“ widmet sich diesen unterschiedlichen Momenten des Religiösen in der Popmusik. Anhand des Schaffens von Musikstars werden zentrale Diskurse, Themen und Motive herausgearbeitet und kritisch durchleuchtet.

Die Veranstaltung stellt zugleich die Jahrestagung des "Netzwerkes Religiöse Liedkultur" des ZPKM dar.

 

Amerika-Euphorie – Amerika-Hysterie
Populäre Musik made in USA in der Wahrnehmung der Deutschen 1914–2014
Zentrum für Populäre Kultur und Musik, 13. bis 15. November 2014

Mit vielleicht keinem zweiten Land verbindet die Deutschen eine so reichhaltige und wechselvolle Geschichte wie mit den Vereinigten Staaten von Amerika. Maßgeblich hierfür waren neben den weltpolitischen Verwerfungen des 20. und 21. Jahrhunderts stets die kulturellen Güter, allen voran die Musik. Nicht selten gingen dabei politische und kulturelle Wahrnehmungen Hand in Hand. In Zeiten der Weimarer Republik etwa floss der Jazz unaufhaltsam in die deutsche Unterhaltungskultur ein und begeisterte Publikum und Künstler gleichermaßen, gleichzeitig repräsentierten die USA für konservative Kreise einen libertär-demokratischen Geist, dem eine ‚zersetzende‘ Wirkung auf die deutsche Gesellschaft unterstellt wurde. Die ambivalente Beziehung der Deutschen gegenüber den USA setzte sich nach dem Zweiten Weltkrieg fort: Ob als ‚Befreier‘ und Verbündete oder als ‚imperialistischer Feindesstaat‘ – je nach politischer Gesinnung und kultureller Zugehörigkeit konnte man in den USA und ihrer Kultur die Verheißung schlechthin oder den ultimativen Dämon erkennen. Euphorie und Hysterie bildeten gewissermaßen den roten Faden in der Amerikarezeption der Deutschen.

Das Zentrum für Populäre Kultur und Musik veranstaltet im Rahmen des einhundertjährigen Bestehens des Deutschen Volksliedarchivs eine Tagung zur affirmativen und kritischen Rezeption US-amerikanischer Musikkultur in Deutschland von 1914 bis heute. Mit dem Ziel, einen interdisziplinären, multiperspektivischen Zugang zum in Rede stehenden Phänomen zu eröffnen, werden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus unterschiedlichen Disziplinen eingeladen, Themenvorschläge einzureichen. Leitfragen könnten sich auf die teilkulturelle Aneignung der Musik (z.B. in Jugendkulturen), die Thematisierung der USA in deutschsprachiger Musik oder öffentliche/mediale Diskurse (in Ost und West) beziehen.

Call for papers: hier

Als Hauptredner haben zugesagt: Prof. Dr. Christoph Jacke (Paderborn), Prof. Dr. Kaspar Maase (Tübingen), Prof. Dr. Martin Pfleiderer (Weimar), Prof. Dr. Peter Wicke (Berlin).

 

 

 
Jahrbuch des Zentrums für Populäre Kultur und Musik
 
Jahrbuch 2016
 

 

 
Nils Grosch, Carolin Stahrenberg (Hrsg.): "Im weißen Rößl" - kulturgeschichtliche Perspektiven
 
Im weißen Rößl - Populäre Kultur und Musik 19
 

 

 
Fernand Hörner (Hrsg.): Kulturkritik und das Populäre in der Musik
 
Kulturkritik und das Populäre in der Musik
 

 

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