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Rückblicke 2011

Wolf Biermann zum 75. Geburtstag

Wolf Biermann feiert am 15. November 2011 seinen 75. Geburtstag. Er ist einer der renom­miertesten deutschsprachigen Liedermacher des 20. Jahrhunderts. Seine Lieder bezogen politisch Stellung mit Blick auf beide deutsche Staaten (z.B. Drei Kugeln auf Rudi Dutschke; Die Stasi-Ballade; In China hinter der Mauer). Biermann meldete sich aber auch zu Wort, wenn andernorts auf der Welt unerträgliches Unrecht geschah. So schilderte seine Ballade vom Kameramann z.B. mit großer Eindrücklichkeit, wie dieser Kameramann bei einer Demon­stration gegen Pinochets Putsch in Chile seinen eigenen Tod filmte.

Das Deutsche Volksliedarchiv gratuliert Wolf Biermann ganz herzlich und bedankt sich aus diesem Anlass nochmals für seine umfängliche Schallplatten-Sammlung, die er unserem Archiv vor sieben Jahren als Schenkung unserem Tonarchiv zur Verfügung gestellt hat. Diese international bestückte Schallplattensammlung des bekannten Liedermachers bereichert nicht nur die Bestände des Deutschen Volksliedarchivs mit Tonaufnahmen historisch-politischer Lieder, sondern spiegelt zugleich ein Stück nationaler wie internationaler Kulturgeschichte zwischen 1960 und 1990 wider. Unter den insgesamt rund 250 Schallplatten finden sich einzigartige Tondokumente – teilweise mit handschriftlichen Widmungen der Interpreten – von politischen Liedern aus Ländern wie Chile, Griechenland, Italien, Polen, Spanien, der UDSSR oder den USA, sowie von Liedermachern wie Bob Dylan, Phil Ochs, Daniel Viglietti oder Wladimir Wyssotzkij. Auch Biermanns deutschsprachige Schallplatten haben den Bestand des Deutschen Volksliedarchivs an Tonaufnahmen historisch-politischer Lieder noch um einige wichtige Tonträger ergänzt. Diese Sammlung ist inzwischen inventarisiert und katalogisiert und steht somit der Forschung zur Verfügung.

 

Zusammenarbeit mit Medienkulturwissenschaft

Semestereröffnung

 

Am 18. Oktober 2011 begrüßt das Deutsche Volksliedarchiv zur Semestereröffnung die Studierenden des Faches "Medienkulturwissenschaft" der Universität Freiburg. Grund hierfür ist die Mitwirkung des Deutschen Volksliedarchivs beim Spezialisierungsmodul "Populäre Kultur und Musik". Mit dieser Zusammenarbeit stellt das Deutsche Volksliedarchiv erneut seine Kompetenz auf dem Gebiet "Populäre Kultur und Musik" unter Beweis. Dass im 20. und 21. Jahrhundert der mediale Aspekt immer mehr das musikalische Geschehen präfiguriert, ist ein wichtiger Gesichtspunkt sowohl der Forschung am Deutschen Volksliedarchiv als auch des Studiengangs.

   
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Das Deutsche Volksliedarchiv freut sich auf diese Zusammenarbeit mit dem Institut ebenso wie auf den Austausch mit den Studierenden.

 

Musik in neuzeitlichen Konfessionskulturen

Tagung in Stuttgart 13. bis 15. Oktober 2011


Musik als integraler Bestandteil der sich seit dem 16. Jahrhundert allmählich ausbildenden europäischen Konfessionskulturen gerät in jüngster Zeit immer mehr in den Fokus der internationalen wissenschaftlichen Forschung und der gesellschaftlichen Wahrnehmung. So ist im Rahmen der Luther-Dekade das Jahr 2012 der Thema "Musik und Reformation" gewidmet. Diesen Impuls greifen die Referentennen und Referenten der Tagung auf und führen ihn mit einem genuin interdisziplinären Zugriff auf das Thema fort. In einem zeitlichen Längsschnitt wird nach den sich wandelnden "Orten", medialen Erscheinungsformen und Funktionen von Musik (Inklusion und Exklusion) gefragt. Ein Konzert am Freitagabend (14. Oktober) in der Stadtkirche Bad Cannstatt rundet die Tagung ab.

   
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Veranstalter: Deutsches Volksliedarchiv (Freiburg im Breisgau), Landeskirchliches Archiv (Stuttgart), Karl-Franzens-Universität (Graz).
Veranstaltungsort: Stuttgart, Landeskirchliches Archiv

Kontakt: Dr. Michael Fischer, Deutsches Volkliedarchiv, michael.fischer@dva.uni-freiburg.de
Programm

 

Gerd Percy Watkinson gestorben

Professor, Komponist, Dirigent
 

Kurz vor seinem 93. Geburtstag verstarb am 15. Mai 2011 in Springe (Niedersachsen) der Komponist und Dirigent Percy Gerd Watkinson. Er wirkte als Professor für Musik an der früheren Pädagogischen Hochschule Lörrach (später in Freiburg). Das Deutsche Volksliedarchiv verdankt ihm eine umfangreiche Sammlung an internationalen Kinder- und Schulliederbüchern, die er 1984 dem Deutschen Volksliedarchiv überließ und die seitdem als „Sammlung Watkinson“ in den Bibliotheksbeständen des DVA enthalten ist. Dazu kommen über 300 Schallplatten und Tonbänder zum gleichen Themenbereich von Kinderlied, -tanz und -spiel (vgl dazu: „Kinderliedsammlung Gerd Watkinson“ in: Jahrbuch für Volksliedforschung 30,1985, S. 119).

Professor Watkinson war Mitherausgeber des Liederbuches „Alemannisch z'singe. Alemannische Lieder und Chöre aus unserer Zeit“ (1979) und er war ein äußerst aktiver und engagierter Musiker und Komponist in Hinblick auf laienmusikalisches Wirken: sei es als Mitbegründer des „Chor 72“ in Lörrach, als Initiator des dortigen Kinderchors oder als Dirigent. Watkinson war Ehrendirigent des Gesangvereins Haltingen (Kreis Lörrach), dessen Männerchor er 1974–1989 leitete und „viele Hymnen auf die Heimat, aber auch deftige Trinklieder und Lieder über die Liebe und den Wein komponierte“. 1986 bedachte ihn der Hebelbund Lörrach mit dem jährlich verliehenen „Hebeldank“. Zudem war Watkinson Träger des Alemannenrings, Bundeschorleiter und Ehrenmitglied des Obermarkgräfler Chorverbands.

 

Förderung als "herausragende Forschungsbibliothek"

für den Bereich Populäre Musik ab 1950


Die Deutsche Forschungsgemeinschaft ermöglicht den Aufbau einer forschungsbezogenen Sammlung zur Populären Musik 1950-2000. Mit dieser Förderung kann das Deutsche Volksliedarchiv sein Profil als Forschungszentrum für Populäre Kultur und Musik schärfen. Die großzügige, dreijährige Förderung durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft stellt eine Anerkennung für die seit mehreren Jahren umgesetzte Weiterentwicklung dieser modernen Forschungs- und Sammlungsausrichtung dar. Mit dem erfolgreichen Antrag hat sich das Deutsche Volksliedarchiv zugleich im Kreis der "herausragenden Forschungsbibliotheken" (Deutsche Forschungsgemeinschaft) etablieren können.
Neben dem Deutschen Volksliedarchiv werden von der Deutschen Forschungsgemeinschaft als "herausragende Forschungsbibliothek" das Bach-Archiv Leipzig, die Staatsbibliothek zu Berlin, das Deutsche Literaturarchiv in Marbach oder die Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel gefördert.

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Musik und Popularität

Aspekte zu einer Kulturgeschichte zwischen 1500 und heute
Sabine Meine, Nina Noeske (Hrsg.)

"Pop music" war eine umwälzende Neuerung des 20. Jahrhunderts, die mit neuen Medien und Technologien die Hör- und Konsumgewohnheiten revolutioniert hat und heute vor allem ein Forschungsfeld der Musikpsychologie, Musikpädagogik sowie der Kultur- und Medienwissenschaften ist. "Populäre Musik" gab es jedoch zu allen Zeiten, da "beliebte, bekannte, gemeinverständliche Musik" schon immer ihre Wirkung auf ein größeres Publikum oder eine Menge an Leuten entfaltet hat. Seit dem 16. Jahrhundert, mit der Erfindung des (Musik-)Drucks wird diese Kulturgeschichte für uns nachvollziehbar.
Der Band dokumentiert Vorträge und Diskussionen aus den "Dialogen zwischen Kunst und Wissenschaft" der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover im Wintersemester 2008/09 zu Motivationen und Bedingungen von Musik und Popularität in Geschichte und Gegenwart. Leitende Aspekte dafür waren die Politisierung, Moralisierung, das Gendering und die Kommerzialisierung populärer Musik.

 

"Populäre Kriegslyrik im Ersten Weltkrieg"

Tagung des Deutschen Volksliedarchivs

Das Deutsche Volksliedarchiv hat am 4. und 5. März 2011 den Studientag "Populäre Kriegslyrik im Ersten Weltkrieg" durchgeführt. In Zusammenarbeit mit der School of Language & Literature des Freiburg Institute for Advanced Studies (FRIAS) wurden in elf verschiedenen Beiträgen der Thematik nachgegangen. Dabei spielten Aspekte des Sammelns und Publizieren (Weltkriegssammlungen, Lyrikanthologien) ebenso eine Rolle wie Formen der musikalischen Lyrik (Schlager, Revuen) oder nationalreligiöse Aneignungen.

   
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Freitag, 4. März 2011
14.00 – Begrüßung und Vorstellung –
14.30 Nicolas Detering (Universität Freiburg): Lyrik im Weltkrieg – Formen und Funktionen
15.15 Aibe-Marlene Gerdes (Universität Freiburg): Die Weltkriegssammlungen im Deutschen Volksliedarchiv
16.00 – Pause –
16.30 Dr. Michael Fischer (Deutsches Volksliedarchiv): Volkspoesie und Soldatenhumor? Eisenbahnwaggon-Aufschriften im Ersten Weltkrieg
17.15 PD Dr. Tobias Widmaier (Deutsches Volksliedarchiv): „When the Yankees Yank the Kaiser Off His Throne“ – Amerikanische Songproduktion im Ersten Weltkrieg
18.00 Dr. Carolin Stahrenberg (Deutsches Volksliedarchiv): „Immer feste druff“? - Das populäre Musiktheater und der Erste Weltkrieg
18.45 – Ende –

Samstag, 5. März 2011
10.00  Prof. Dr. Gerd Krumeich: Zum Verhälntnis von soldatischer Schriftproduktion und Propaganda
10.45  Aibe-Marlene Gerdes (Universität Freiburg): „Das deutsche Soldatenlied im Felde“ von John Meier – Sammlungs- und Forschungsperspektiven
11.30  - kurze Pause -
11.45  Nicolas Detering (Universität Freiburg): Kriegslyrik in Anthologien
12.30  Prof. Dr. Eberhard Sauermann (Universität Innsbruck): Populäre Tiroler Kriegslyrik
13.15   – Pause –
14.45  Prof. Dr. Dr. h.c. Hermann Kurzke / Dr. Christiane Schäfer (Universität Mainz): Maria im Krieg
15.30  Dr. Michael Fischer (Deutsches Volksliedarchiv): Das Lutherlied „Ein feste Burg ist unser Gott“ in der populären Lyrik des Ersten Weltkriegs
16.15  – Ende –.

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Schenkung von Arno Lustiger

Sammlung von Judaica und Hebraica im DVA

   
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Der 1924 geborene Publizist und Historiker Arno Lustiger hat dem Deutschen Volksliedarchiv 33 Bücher aus seinem Besitz überlassen. Darunter befinden sich Titel mit jiddischen Liedern, zur jüdischen Kulturgeschichte sowie zur Shoa.
Das Deutsche Volksliedarchiv dankt herzlich für diese großzügige Spende; mit dieser Schenkung wird die Sammlung der Judaica und Hebraica des Instituts wesentlich bereichert.

 

 

 

 

 

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Ab Semesterbeginn,
15. Oktober 2018,
hat die Bibliothek geänderte Nachmittagsöffnungszeiten: Di + Do von 15 bis 18 Uhr.

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Jahreswechsel:
Wir haben bis einschließlich Freitag, 21. Dezember geöffnet und sind im neuen Jahr ab Montag, 7. Januar wieder für Sie da.

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 Jahrbuch des Zentrums für Populäre Kultur und Musik

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Jonas Menze: Musical Backstages
 
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Michael Fischer, Christofer Jost und Janina Klassen (Hrsg.): Image - Performance - Empowerment
 
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