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Rückblicke 2012

Einzigartige Sammlung politisch motivierter Musik: Eckard Holler überließ seine Schallplatten dem Deutschen Volksliedarchiv

 

Folkmusik aus der UdSSR, Mao Tse-Tungs Reden und ein chinesisches Revolutionsmelodram, gesellschaftskritische Lieder von Busch, Brecht, Biermann bis hin zu den Bots: Die Schallplattensammlung, die Eckard Holler kürzlich dem Deutschen Volksliedarchiv überlassen hat, ist eine Fundgrube für politisch motivierte Musik rund um den Erdball. Zudem versammelt sie in wohl einzigartiger Zusammenstellung Lieder aus den Volksmusiktraditionen unterschiedlicher Länder: Musik diverser Subkulturen, in der sich die Sorgen und Erfahrungen der vermeintlich "einfachen Leute" niedergeschlagen haben.

   
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Rund 260 Schallplatten hat Eckard Holler (geb. 1941) zwischen 1963 und 1989 zusammengetragen. Bis 2006 war er als Gymnasiallehrer in Nagold und Tübingen tätig, seitdem lebt er in Berlin. Mitte der 60er-Jahre hatte Holler sich für das Folkmusikfestival Burg Waldeck engagiert, dem ersten Open-Air-Festival der Bundesrepublik. 1970 gründete er in Tübingen den Folk-Club „Voltaire“, den er bis 1987 leitete, in dieser Zeit initiierte er alljährlich stattfindende Folkfestivals. Das musikalische Interesse Hollers gilt Liedern der Jugendbewegung, deutschen Volksliedern, politischen Liedern, dem gemeinsamen Singen zur Gitarrenbegleitung sowie der Liedforschung.

Die Schallplattensammlung Eckhard Holler spiegelt dieses Spektrum wider. So ist die Vertonung von Pablo Nerudas Gedichtzyklus „Canto General“ gleich zweimal darunter: in der Version der Gruppe Aparcoa sowie in der von Mikis Theodorakis. Vertreten sind auch die Interpretinnen Katja Ebstein und Milva – mit Liedern Heines und Brechts.
 

"Veronika, der Lenz ist da ..."

Sammlung Walter Jurmann aus Los Angeles eingetroffen

 

„Veronika, der Lenz ist da!“, „Mein Gorilla hat 'ne Villa im Zoo“: Die Lieder des Komponisten Walter Jurmann (1903–1971) sind weltbekannt. Seine Witwe Yvonne Jurmann schenkte nun dem Deutschen Volksliedarchiv einen bedeutenden Teil seines Nachlasses.

   
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Bild: DVA, Sammlung Walter Jurmann  

 

Walter Jurmann kam 1903 als Sohn einer gutbürgerlichen jüdischen Familie in Wien zur Welt. 1924 brach er ein Medizinstudium ab, um als Komponist zu arbeiten. 1927 zog Jurmann nach Berlin, wo er ein Jahr später mit dem von Richard Tauber gesungenen Schlager „Was weißt denn Du, wie ich verliebt bin“ seinen ersten Hit landete. Der Erfolg setzte sich fort, Jurmann komponierte Hits, etwa für die Commedian Harmonists, schrieb Lieder für Stars wie Hans Albers und Willy Fritsch. Bald waren Walter Jurmanns Schlager und Filmhits so gefragt, dass er mit dem Komponieren kaum noch hinterherkam, daher schloss er sich 1931 mit dem polnischen Komponisten Bronislaw Kaper zusammen, der Jurmanns Melodieeinfälle fortan arrangierte. 1933 emigrierten Jurmann und Kaper zunächst nach Paris, wo das Team von einem der bekanntesten Hollywood-Studios, Metro-Goldwyn-Mayer, angeworben wurde. In den USA setzte Jurmann seinen beruflichen Erfolg fort und schrieb u. a. Filmmelodien für Komödien der Marx Brothers und für den Filmklassiker „Meuterei auf der Bounty“. Anfang der 40er-Jahre zog sich Jurmann aus der Filmindustrie zurück und komponierte freischaffend weiter, u. a. die Musik zu dem 1945 uraufgeführten Musical „Windy City“. 1953 heiratete Jurmann die Modedesignerin Yvonne Jellinek, eine gebürtige Ungarin. Der Komponist starb 1971 während einer Europa-Reise in Budapest.
Als die Yvonne Jurmann, die Witwe Walter Jurmanns, von der Berliner Regisseurin Saskia Kuhlmann von der Existenz des 2010 gegründeten Deutschen Musicalarchivs erfuhr, entschied sie, einen wichtigen Teil des Nachlasses ihres Mannes von Los Angeles nach Freiburg zu verschenken, um ihn so als Sammlung des Deutschen Volksliedarchivs der Forschung zur Verfügung zu stellen. Die Sammlung umfasst Tonaufnahmen mit Werken Walter Jurmanns quer durch die Jahrzehnte – auf Schellackplatten ebenso wie auf CD – , persönliche Notizen Jurmanns, Fotokopien seiner handschriftlichen Kompositionen, gedruckte Noten seiner Werke, Werksverzeichnisse, Fotos, Briefe, Presseberichte und PR-Material.
 

Musikalien-Leih-Institut Schaumburg

Schenkung einer unikalen Sammlung an das Deutsche Volksliedarchiv


Durch eine großzügige Schenkung von Frau Heide Koller-Duwe (Stade) hat das Deutsche Volksliedarchiv die Bestände des "Musikalien-Leih-Instituts der Schaumburg'schen Buchhandlung in Stade" erhalten. Die Sammlung umfasst etwa 10.000 Einzeltitel und damit eine nahezu komplette Leihbibliothek aus dem 19. Jahrhundert. Die gesamte Breite populärer Musik - wie sie damals in einem städtischen Umfeld verbreitet war - ist vertreten. Die Bandbreite ist enorm: Enthalten sind Werke für Klavier, Violine, Flöte, aber auch Vokalmusik mit den Gattungen Oper, Oratorium, Gesang, Arie und Lied.

Weitere Informationen hierzu finden Sie unter dem Menü "Bestände". Der zugehörige gedruckte Katalog (um 1875) ist digitalisiert und steht der Öffentlichkeit (inkl. Volltextsuche) zur Verfügung. Folgen Sie bitte diesem Link.

Das Deutsche Volksliedarchiv dankt der Universitätsbibliothek Freiburg für die Unterstützung!

 

Verzeichnis der deutschsprachigen Liedflugschriften digital

DFG-Antrag erfolgreich!


Das Deutsche Volksliedarchiv konnte erneut seine Leistungsfähigkeit unter Beweis stellen und eine Förderung durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft erreichen: Für das Projekt "Verzeichnis der deutschsprachigen Liedflugschriften digital" stellt die DFG dem Deutschen Volksliedarchiv insgesamt 133.000 Euro zur Verfügung. Die Laufzeit beträgt zwei Jahre.

Das Projekt wird in Zusammenarbeit mit der Staatsbibliothek zu Berlin und der Österreichischen Nationalbibliothek (Archiv des Österreichischen Volksliedwerks) realisiert.

   
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Kooperation mit Universität Bethlehem

Das Deutsche Volksliedarchiv erweitert seine internationalen Kooperationen


Das Deutsche Volksliedarchiv und die University of Bethlehem haben ein Vertrag zur Vertiefung ihrer Kooperation abgeschlossen. Vorgesehen ist der wissenschaftliche Austausch, gemeinsame Forschungs- und Lehrtätigkeiten sowie der Austausch von Primär- und Sekundärquellen.
Bereits im Februar 2012 hatte das Deutsche Volksliedarchiv zwei Mitarbeiter der University of Bethlehem zwei Wochen geschult, um den Aufbau des Palestinian Traditional Musical Archive am Brother Vincent Malham Centre der University of Bethlehem (http://bbnc.bethlehem.edu/institutes/BVMC) unter der Leitung von Prof. Dr. Moin Halloun zu unterstützen. Im März folgte dann der zweiwöchige Gegenbesuch von Dr. Fernand Hörner, der den Aufbau vor Ort begleitete. Am 20. März 2012 wurde das Archiv von der Kultusministerin Siham Al-Barghouti offiziell eröffnet. Der Abschlussvortrag zur Eröffnung von Dr. Fernand Hörner kann hier eingesehen werden. Neben Feldforschungsaufnahmen palästinensischer Lieder sollen in Zukunft auch Erzählungen aus den Flüchtlingslagern rund um Bethlehem digitalisiert und erschlossen werden.

   
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"Prager Nacht" in Freiburg

 

313 Besucherinnen und Besucher im Deutschen Volksliedarchiv

Anässlich der 7. Shuttle-Lesung "Prager Nacht" wurde im neuen Lesesaal des Deutschen Volksliedarchivs vom Schauspieler Matthias Klösel der Text "Allein der Rocker schafft Liebe" des tschechischen Autors Jaroslav Rudiš gelesen. 313 Besucherinnen und Besucher konnten dabei nicht nur der Erzählung lauschen, sondern sich auch über das Deutsche Volksliedarchiv und seine Arbeit informieren.

   
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Die "Prager Nacht" wird veranstaltet vom Verein "Meridan" (Augsburg) und von der Brücke/Most-Stiftung (Freiburg, Dresden, Prag).

 

Musicalarchiv wächst!

 

Dem Deutschen Musicalarchiv ist es gelungen, seine Bestände zu erweitern. Durch den Erwerb der umfangreichen Privatsammlung von Klaus Baberg konnte eine Fülle weiteren Materials hinzugewonnen werden. Die Sammlung umfasst gut 1000 Programmhefte und Flyer weltweiter Musicalaufführungen, außerdem mehr als 500 Plakate, rund 200 Fachbücher, umfangreiches Pressematerial, diverse Merchandise-Artikel, Tonträger und vieles mehr. Die in dreiunddreißig Jahren zusammengetragene Sammlung eröffnet dem Deutschen Musicalarchiv hervorragende Möglichkeiten in der Dokumentation und Erforschung des Musicals. 

     
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Klaus Baberg sammelt aus privater Leidenschaft. Schon als junger Mann begeisterte er sich für Operetten- und Musicalproduktionen in Film und Fernsehen. 1979 begann er mit dem systematischen Aufbau seiner Sammlung. Baberg, der beruflich seit 1980 bei der Sparkasse Iserlohn beschäftigt ist, ist Gründungsmitglied des deutschen Musicalarchivs und Mitglied im Vorstand des 2011 gegründeten Vereins "Freunde und Förderer des Deutschen Musicalarchivs e.V."

Das Deutsche Musicalarchiv wurde 2010 unter dem Dach des Deutschen Volksliedarchivs, einer Forschungseinrichtung des Landes Baden-Württemberg zu Populärer Kultur und Musik gegründet.
 
 

Kongress zum Thema Tingeltangel, Schnulze, Trash. Populäre Musik und Kulturkritik.


Die zusammen mit der Universität Basel geplante Tagung muss leider verschoben werden. Grund hierfür ist der Ausfall der durch die Schweizer Partner organisierten Finanzierung.

 

 

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Ab Semesterbeginn,
15. Oktober 2018,
hat die Bibliothek geänderte Nachmittagsöffnungszeiten: Di + Do von 15 bis 18 Uhr.

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Jahreswechsel:
Wir haben bis einschließlich Freitag, 21. Dezember geöffnet und sind im neuen Jahr ab Montag, 7. Januar wieder für Sie da.

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 Jahrbuch des Zentrums für Populäre Kultur und Musik

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Jonas Menze: Musical Backstages
 
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Michael Fischer, Christofer Jost und Janina Klassen (Hrsg.): Image - Performance - Empowerment
 
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