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Rückblicke 2015

Stille Nacht, traurige Nacht

Weihnachtslied der Arbeitbewegung: Das Zentrum für Populäre Kultur und Musik besitzt Aufnahmen aus dem ersten Drittel des 20. Jahrhunderts

„Stille Nacht, heilige Nacht“ eroberte die Welt rasant: 1818 in Salzburg/Österreich entstanden, wurde das Lied schnell in vielen Ländern gesungen, gehört, illustriert und gedruckt. „Im Laufe der Zeit kamen Parodien des Weihnachtsklassikers auf, die zeigen, wie beliebt das Lied war und wie unterschiedlich es interpretiert werden konnte“, sagt Dr. Dr. Michael Fischer, Leiter des Zentrums für Populäre Kultur und Musik (ZPKM). Die Forschungseinrichtung der Universität Freiburg beherbergt Hunderte von Varianten des Klassikers, die im Laufe von 100 Jahren gesammelt wurden – von sozialkritischen Parodien über kriegspropagandistische Umdeutungen bis zu humoristischen Verballhornungen.

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Bericht in der Badischen Zeitung hier

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Große Formen in der populären Musik

Internationale Forschungstagung 27. bis 29. November 2015

Spätestens seit den 1960er Jahren ist in diversen Bereichen der populären Musik das deutliche Streben zu beobachten, den durch Radio und Single gesetzten Standard des drei- bis vierminütigen Songs zu überschreiten. In der zeitlich-quantitativen Erweiterung der musikalischen Form manifestiert sich der Wunsch, Gestaltungsspielräume auszuloten, komplexe ästhetische Konzeptionen zu entwerfen und die Grenzen zwischen etablierten Darstellungspraxen zu verschieben.

bild_große_formen.jpg  Download Flyer: hier

Die Tagung möchte den vielfältigen Motivationen dieser Lust am experimentellen Eigensinn sowie den daraus resultierenden Gestaltungs- und Rezeptionsweisen nachgehen und damit zugleich Brücken schlagen zwischen musikwissenschaftlichen, kulturwissenschaftlichen, medienästhetischen und historischen Betrachtungsweisen.

 

 

 

 

 

 

 

 
 

 

 

 

 


Jahresmeeting des Deutschen Musicalarchivs

Freunde und Förderer treffen sich in Freiburg

Am 20./21. November 2015 findet im ZPKM das Jahresmeeting der Freunde und Förderer des Deutschen Musicalarchivs statt.

Die Veranstaltung ist öffentlich; Studierende wie BesucherInnen sind herzlich willkommen!

Nähere Informationen finden Sie hier: Veranstaltungskalender der Uni
Das Programm finden Sie hier: PDF
 


Tagung des ICTM Nationalkomitee Deutschland

6. und 7. November 2015

Die Tagung mit dem Titel "Sammeln, Bewahren, Nutzen. Musiktraditionen und ihre inventiven Chancen" findet am 6. und 7. November 2015 im ZPKM statt.

Alle Interessierten sind hierzu eingeladen; das Programm (Tagungsflyer) finden Sie hier.


 

Volks- und Unterhaltungsmusik aus dem SWR

Spende für das ZPKM

Das ZPKM hat aus dem Notenarchiv des SWR Stuttgart Volks- und Unterhaltungsmusik (Noten und Bücher) erhalten. Das ZPKM, das alle Formen und Genres populärer Musik sammelt, freut sich sehr über diesen Bestandszuwachs!

Als Beispiel aus den neuen Beständen sei auf das Schlagerheft mit Wien-Liedern verwiesen.

Schlagerheft aus den 1960er Jahren

Es enthält u.a. Operetten- und Filmschlager, u.a. mit humorigen Titeln wie "Mei Alte sauft soviel wia i" oder "Ich hab in Grinzing Rendezvous mit meinem Affen".

 

Inge Lammel verstorben

Vorlass im ZPKM

Im Alter von 91 Jahren verstarb am 2. Juli 2015 die Musikwissenschaftlerin Inge Lammel. 2011 überantwortete die Gründerin und langjährige Leiterin des Arbeiterliedarchivs an der Akademie der Künste der DDR dankenswerterweise dem Deutschen Volksliedarchiv (heute: Zentrum für populäre Kultur und Musik) ihre privaten Arbeitsmaterialien zur deutschen und internationalen Arbeitermusikkultur sowie ein umfangreiches Konvolut an (Lieder-)Büchern und Tonträgern. Die Bestände sind über das Verbundportal "Kalliope" abrufbar (kalliope.staatsbibliothek-berlin.de/de/ead).

 

Tagung des ICTM Nationalkomitee Deutschland

Vorankündigung: 6. und 7. November 2015

Das ZPKM freut sich, am 6. und 7. November 2015 die Mitgliederversammlung und Jahrestagung des International Council for Traditional Music beherbergen zu können. In Absprache mit dem ICTM lautet das Tagungsthema:

Sammeln, Bewahren, Nutzen - Musiktraditionen und ihre inventiven Chancen.

Weitere Informationen finden Sie im Call for Paper und im Einladungsschreiben.

 

Nachlass von Birger Gesthuisen im ZPKM

Folk-, Welt- und Volxmusik

Der Journalist und Musikproduzent Birger Gesthuisen (1952-2015) hat dem Zentrum für Populäre Kultur und Musik seine umfangreiche Musiksammlung hinterlassen: etwa 1800 CD, 600 Singles, 200 LP und 240 Bücher.

Sammlung Birger Gesthuisen im ZPKM


Besonders hervorzuheben ist die Internationalität der Sammlung: Neben Tango, Samba und Calypso aus verschiedenen südamerikanischen Ländern enthält die Sammlung Gypsi- und Gitarrenmusik, Lieder aus der Türkei, Beatles-Cover, Weihnachtslieder aus verschiedenen Ländern etc.

Die Langspielplatten enthalten von Gesthuisen selbst produzierte Pressungen, etwa Lieder gegen die Atomenergie (1978) sowie verschiedene Platten aus der deutschen und internationalen Liedermacherszene. 

 

Walter Mossmann ist tot

Nachruf

Walter Mossmann ist tot. Der „alemannische Widerstandskämpfer“, wie die Badische Zeitung am 1. Juni 2015 titelte, ist in Breisach nach langer Krankheit verschieden. Mossmann war ein Kämpfer für Freiheit und Demokratie, der als Liedermacher und Schriftsteller seit den 1960er Jahren Partei ergriff. Unvergessen ist - vor allem in Südbaden - sein Widerstand gegen das geplante Atomkraftwerk in Wyhl am Kaiserstuhl.

Walter Mossmann 1966
(Foto: Günter Zint, aus den Sammlungen des ZPKM)


Im Zentrum für Populäre Kultur und Musik befinden sich zahlreiche Bücher und Tonträger von Mossmann, dazu eine Dokumentation mit Liedern der Anti-AKW-Bewegung. Unser Bild zeigt den damaligen Soziologiestudenen Mossmann, fotografiert von Günter Zint im Jahr 1966.

 

Prof. Dr. Wolfgang Suppan gestorben

Nachruf

Das Zentrum für Populäre Kultur und Musik erinnert an Prof. Dr. Wolfgang Suppan, der am 4. Mai 2015 in Graz verstorben ist.

Suppan wurde im Jahr 1961 musikwissenschaftlicher Referent im Institut für ostdeutsche Volkskunde in Freiburg im Breisgau. Bereits mit dreißig Jahren war Suppan Leiter der Musikabteilung am Deutschen Volksliedarchiv. 1971 habilitierte er sich für das Gesamtfach Musikwissenschaft an der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz, 1973 trat er eine außerplanmäßige Professur für das Fach Musikwissenschaft an. Im Jahr darauf wurde er als ordentlicher Professor für Musikethnologie nach Graz berufen. Dort wirkte er bis zu seiner Emeritierung.

Wolfgang Suppan hielt stets freundlichen Kontakt zum Deutschen Volksliedarchiv und war immer wieder bei uns zu Gast. Es war immer wieder schön, seine Freundlichkeit und Kollegialität zu erleben. Auch die Umbenennung und Neuakzentuierung des Instituts verfolgte Suppan mit Interesse. Noch im Januar teilte er dem Geschäftsführenden Direktor Michael Fischer mit, dass er darin "die logische Folge einer Entwicklung" sehe, die schon zu seinen Zeiten im Deutschen Volksliedarchiv - also den 1960er Jahren - begonnen habe.

Wolfgang Suppan, der forscherisch stets die Blasmusik im Blick hatte, sei als Wort der Hoffnung nachgerufen: "Wir werden nicht alle entschlafen, wir werden aber alle verwandelt werden; und dasselbe plötzlich, in einem Augenblick, zur Zeit der letzten Posaune" (1 Kor 15,50).

 

Neuerwerbung des ZPKM

Teilbestand der ehemaligen Internationalen Musikbibliothek (IMB, Berlin Ost)

Titel wie „Uns stählt die Partei“, „Das Wort hat uns zum Kampf gerufen“ oder „Hammer und Zirkel im Ährenkranz“ fanden sich bisher kaum im Zentrum für Populäre Kultur und Musik. Dienten solche Dichtungen einst der sozialistischen Propaganda, stellen sie nun einzigartige historische Zeugnisse dar. Durch eine großzügige Schenkung vom Europäischen Zentrum der Künste Dresden/Hellerau kam nun eine Sammlung von Musiknoten ins ZPKM, die auf die Internationale Musikbibliothek (IMB) zurückgeht. Diese wurde 1945 als "Interalliierte Musikleihbibliothek" in Berlin gegründet und fungierte als zentrale Leihbibliothek für Orchestermaterialien der sozialistischen Länder. Im 20. Jahrhundert entwickelte sie sich zur größten Spezialbibliothek für ostdeutsche und osteuropäische Musik.

   
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Seit 2001 befindet sich der Bestand der IMB im Europäischen Zentrum der Künste Dresden/Hellerau. Der Teilbestand im ZPKM umfasst rund 600 Einheiten und beinhaltet vor allem Orchester- und Chorwerke von Komponisten der ehemaligen DDR und UdSSR wie Aram Chačaturjan (1903-1978), Isaak Ossipowitsch Dunajewski (1900-1955), Ernst Hermann Meyer (1905-1988) und André Asriel (*1922). Die neue Sammlung bildet eine gute Ergänzung zu den Sammlungen zum Arbeiterlied und zur Arbeitermusik sowie zur Sammlung Inge Lammel im ZPKM.

Zur Geschichte der IMB: http://www.hs-lausitz.de/hochschulbibliothek/recherche/fachportale-fachinformationsfuehrer/musik.html

 

Mitarbeiter/in im Bibliotheks- und Archivdienst gesucht

ZPKM sucht Fachangestelle/n für Medien- und Informationsdienste


Das Zentrum für Populäre Kultur und Musik sucht eine/n Mitarbeiter/in im Bibliotheks- und Archivdienst (Teilzeit 50%), bevorzugt eine/n Fachangestelle/n für Medien- und Informationsdienste. Die vollständige Ausschreibung finden Sie unter: Link zur Uni-Stellenbörse

 

Frau Dr. Linder-Beroud im Ruhestand

40 Jahre im Deutschen Volksliedarchiv

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Nach 40 Jahren hat Frau Dr. Waltraud Linder-Beroud ihre Dienstzeit im Deutschen Volksliedarchiv / Zentrum für Populäre Kultur und Musik beendet. Seit 1975 galt ihre Sorge und Ihr Engagement der von ihr aufgebauten und betreuten Lieddokumentation, eine umfangreiche und unvergleichliche Sammlung zum traditionellen und populären Lied. Als Germanistin, Romanistin und Volkskundlerin - 1988 mit einer Arbeit über "Mündlichkeit und Schriftlichkeit" promoviert - lag ihr das Lied am Herzen, insbesondere im Rahmen deutsch-französischer Musikbeziehungen.

Frau Linder-Beroud hat sich im Deutschen Volksliedarchiv als Personalrätin und Stellvertretende Leiterin für die Belange des Instituts und der MitarbeiterInnen eingesetzt. Ebenso unterstützte sie durch Rat und Tat die Landesinitiative "Singen mit Kindern".

Bei einer Abschiedsfeier am Ende des Jahres dankte der Geschäftsführende Direktor Michael Fischer Frau Linder-Beroud für ihre langjährige, treue und engagierte Arbeit und wünschte ihr alles erdenklich Gute, Zeit und Muße.

 

 

 

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Ab Semesterbeginn,
15. Oktober 2018,
hat die Bibliothek geänderte Nachmittagsöffnungszeiten: Di + Do von 15 bis 18 Uhr.

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Jahreswechsel:
Wir haben bis einschließlich Freitag, 21. Dezember geöffnet und sind im neuen Jahr ab Montag, 7. Januar wieder für Sie da.

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 Jahrbuch des Zentrums für Populäre Kultur und Musik

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Jonas Menze: Musical Backstages
 
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Michael Fischer, Christofer Jost und Janina Klassen (Hrsg.): Image - Performance - Empowerment
 
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