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Rückblicke 2019

Wohnlandschaften - Klanglandschaften - Audiogeräte und ihre Nutzung im 20. und 21. Jahrhundert

Interdisziplinäre Tagung am Zentrum für populäre Kultur und Musik


von Freitag bis Samstag, 22.11. bis 23.11.2019; durchgeführt von Knut Holtsträter, Anne Holzmüller und Tobias Widmaier


 

 

Vollautomatisierte Playboy-Betten, Raumklang aus dem Grammophontrichter, Playlists zum Anziehen, Mixtapes schneiden für den Pausenhof, kalte Digitalität und warmer Analog-Sound, vom Sofa aus Welten entdecken, Stereo solo oder lieber Mono zu zweit? Überhaupt die harte Arbeit der Freizeitentspannung! Private Räume wie Wohnzimmer, Schlafzimmer, Badezimmer und Kinderzimmer waren und sind Orte des Musizierens mit Audiogeräten und der Inszenierung von Klanglandschaften. Das heimische Audiogerät kann dabei Klangtapete schaffen und tönendes Möbel sein, als Hörgerät in die Welt fungieren und helfen, Freizeitverhalten zu regulieren oder sich selbst zu finden.

Die Tagung „Wohnlandschaften, Klanglandschaften“ wird Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus verschiedenen Fachgebieten zusammenbringen. Wir laden Interessierte herzlich ein, den Vorträgen zu lauschen und an den Diskussionen teilzunehmen.

Der Eintritt ist frei.

 

Freitag, 22.11.2019

9:15       Begrüßung

9:30       Leonie Häsler: Von der Tarnkappe der Technik zu ‚Softwear‘. Über die Gestaltung von Musiktechnologien im Wohnzimmer

10:15     Benjamin Burkhart: Wohnatmosphären. Ästhetische Arbeit und Musikobjekte

11:00     Kaffeepause

11:15     Monique Miggelbrink: Radio mit Bildern? Fernsehen und Wohnkultur

12:00     Mittagspause

13:15     Führung durch die Audiogeräte-Sammlung des ZPKM

14:15     Kiron Patka: Die Welt zuhaus’. Zur Ästhetik radiophoner Übertragung

15:00     Kaffeepause

15:15     Martha Brech: Musik und Rundfunk in der Weimarer Republik

16:00     Knut Holtsträter: Wolfsschlucht im Wohnzimmer. Carl Maria von Webers Der Freischütz als „Kurz-Oper für die Heim-Bühne“

16:45     Diskussionsrunde

 

Samstag, 23.11.2019

9:15       Dominik Schrey/Axel Volmar: Geschichte der CD

10:00     Anne Holzmüller: Gender, HiFi-Kultur und immersives Hören

10:45     Kaffeepause

11:00     Tobias Widmaier: Anmachen. Junggesellen und ihre Audiogeräte

11.45     Diskussionsrunde

 

 

Handschriftliches Liederbuch aus dem 19. Jahrhundert

Schenkung an das ZPKM


Das ZPKM hat ein 1836 von Johann Philipp Brühl aus Hennethal (im heutigen Rheingau-Taunus-Kreis) angelegtes handschriftliches Liederbuch aus Familienbesitz als Geschenk erhalten. Fünf weitere, ab 1839 angelegte Liederbücher des betreffenden Schreibers sind der Liedforschung bereits seit langem bekannt.

Liederbuch Johann Philipp Brühl, 1836

 

Eine wichtige Quelle waren sie schon für Ernst H. Wolfram (Nassauische Volkslieder, Berlin 1894). Die Liederhandschriften kamen 1927 über das Nassauische Volksliedarchiv leihweise an das Deutsche Volksliedarchiv in Freiburg, wo man 230 Liedbelege als Abschriften nahm (Signatur A 79984 bis A 80213). Der heutige Verbleib von vier dieser fünf Liederhefte ist unbekannt. Umso bemerkenswerter ist der Fund dieser sechsten (chronologisch gesehen: frühesten) Liederhandschrift von Brühl, für deren Überlassung das ZPKM ganz herzlich dankt. 

Link zur Titelaufnahme

 


Sammlung Prof. Dr. Walter Salmen

Schenkung an das Zentrum für Populäre Kultur und Musik


Durch eine großzügige Schenkung ist der Forschernachlass von Prof. Dr. Walter Salmen (1926-2013) an das ZPKM gelangt. Salmen war ein Musikwissenschaftler, der in seiner gesamten Karriere das Fach Musikwissenschaft als Kulturwissenschaft betrieben hat. Neben unzähligen eigenen Publikationen und Büchern anderer AutorInnen umfasst die Schenkung Sonderdrucke, Forschungsmaterial, Tonträger, Musikalien und eine reichhaltige Bildsammlung zur Musik.

Willkommen und Abschied: Frau Professorin Salmen übergibt dem ZPKM den Nachlass ihres Mannes. In den Händen haltend: die Reiseschreibmaschine von Prof. Dr. Walter Salmen.

 

Das ZPKM dankt Frau Professorin Dr. Gabriele Busch-Salmen für diese wertvolle Schenkung! Wir sind glücklich, dass dieser Nachlass nun dauerhaft der universitären Forschung und Lehre zur Verfügung steht. 

Weitere Informationen zu Walter Salmen und seinem wissenschaftlichen Werk:
walter-salmen.de/

 

CfP: Gesund und krank durch Musik?

Tagung der Katholischen Hochschule Freiburg und des ZPKM
am 19. und 20. Juni 2020


Herzlich laden wir zur Abgabe von Abstracts ein. Thema der Tagung: "Gesund und krank durch Musik? Kulturelle Konzepte zur Wirkung von Musik seit 1950".
 

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Bild von Clker-Free-Vector-Images auf Pixabay

 

Der CfP ist hier als PDF abrufbar. Die Abstracts werden erbeten bis zum 30. November 2019. 

 

 

Universität Freiburg erhält Pink-Floyd-Sammlung

Das ZPKM erforscht soziale Rolle von Fans


Das Zentrum für Populäre Kultur und Musik (ZPKM) der Universität Freiburg hat im Rahmen einer Schenkung eine in ihrem Umfang wohl einzigartige Fankollektion zu den britischen Rock-Legenden Pink Floyd erhalten. Die Sammlung stammt von Rolf Ossenberg. „Dieser Bestand gibt Einblick in die vielfältigen Aktivitäten und Erfahrungen, die mit der sozialen Rolle von Fans einhergehen“, erklärt der Geschäftsführende ZPKM-Direktor Dr. Dr. Michael Fischer ihre Bedeutung für das Zentrum. Für Rolf Ossenberg spielte nicht nur der Erwerb von Tonträgern, sondern auch die Aneignung von Wissen eine entscheidende Rolle: Die Kollektion umfasst beispielsweise etwa 300 Bücher in verschiedenen Sprachen, die sich mit der Band beschäftigen.

Nicht minder bedeutend sind die in 27 Aktenordnern gesammelten Berichte aus Zeitungen, Zeitschriften und Magazinen sowie audiovisuelle Quellen. Letztere sind in der Sammlung in Form von mehr als 500 Videokassetten vertreten, die unter anderem Mitschnitte von Fernsehauftritten und Konzerten der Band zeigen. Komplettiert wird die Sammlung durch Tonträger, DVDs, Pressefotografien, Flyer, Plakate, Merchandise-Artikel sowie Autogramme und Konzerttickets.

Foto aus der Pink-Floyd-Sammlung Rolf Ossenberg

 

Wer selbst Fan ist, weiß um die enge Beziehung, die Menschen zu Songs, Alben oder den Stars aufbauen können. Das Fan-Sein besitzt eine enorme kulturelle Tragweite – entsprechend groß ist das Interesse der Musik-, Medien- und Kulturwissenschaften an seiner Erforschung. „Wahre Fans sind genaue Beobachter der künstlerischen Biographien von Popstars und dankbare Abnehmerinnen und Abnehmer ihrer Produkte. Daraus lässt sich die allgemeine Formel ableiten: ohne Fan kein Star“, erklärt Privatdozent (PD) Dr. Christofer Jost, Wissenschaftler am Zentrum und zugleich verantwortlich für das Archiv für Popmusikkulturen am ZPKM: „Anhand der Pink Floyd-Sammlung können Forscherinnen und Forscher ein tiefer gehendes Verständnis für die Rezeption populärer Musik entwickeln. Sie können vor allem nachvollziehen, wie die Identifikation mit einer Band hergestellt und aufrechterhalten wird und über welche Kommunikationskanäle sich Fans im vordigitalen Zeitalter informiert haben.“
 

Der Sammler Rolf Ossenberg (Foto: Peter Ossenberg)

 

Die Pink-Floyd-Sammlung ist die zweite große Fankollektion zu einer großen britischen Rockband, die am ZPKM erforscht wird: 2017 hatte das Zentrum bereits die „Reinhold Karpp Rolling Stones Collection" als Dauerleihgabe erhalten.

 


CfP: Schlager erforschen - kulturwissenschaftliche Perspektiven auf ein populäres Phänomen

Tagung in Freiburg, 31. Januar und 1. Februar 2020


Das ZPKM veranstaltet am 31. Januar und 1. Februar 2020 einen Workshop zum Thema "Schlager erforschen - kulturwissenschaftliche Perspektiven auf ein populäres Phänomen". Aktuelle Forschungszugänge (Fragen und Methoden) sowie Projekte (Fallstudien) sollen dabei zur Sprache kommen und diskutiert werden.
 


 

Foto: Sven-Sebastian Sajak - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=31287080

 

Die Organisatoren Dr. Johannes Müske und Dr. Dr. Michael Fischer laden herzlich zur Einreichung von Abstracts ein.

Alle Informationen finden Sie im CfP (PDF).



Neue Publikation: Der österreichisch-deutsche Schlagerfilm

Band 24 unserer Reihe "Populäre Kultur und Musik"


Das ZPKM wendet sich in seiner Forschung den musikalischen Alltagskulturen zu. Hierzu gehörte lange Zeit der Schlagerfilm. Hans Jürgen Wullf und Michael Fischer widmen diesem Medium nun einen eigenen Band.

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Nähere Informationen und Bestellmöglichkeit beim Verlag Waxmann, Münster.

 

CfP Jahrbuch des ZPKM 2020

Populäre Lieder im langen 19. Jahrhundert

Während die populäre, durch moderne Massenmedien geprägte Musik des 20. und frühen 21. Jahrhunderts längst zum breit beforschten Gegenstand unterschiedlicher Fachdisziplinen geworden ist, wird den populären Liedern des 19. Jahrhunderts deutlich weniger Aufmerksamkeit geschenkt. Möglicherweise wirken hier noch Exklusionsmechanismen früherer Generationen nach: So zeichneten Volksliedsammler meist nur Lieder auf, die einem vorgefassten Ideal entsprachen, und bekämpften zugleich alle vermeintlichen Formen von „Schund“, die akademische Musikwissenschaft verschloss sich lange Zeit der Beschäftigung mit Werken und Genres, die als künstlerisch minderwertig galten, und in den Beständen großer Fachbibliotheken sucht man nach Ausgaben selbst auflagenstarker Gassenhauer des 19. Jahrhunderts vielfach vergeblich.

Berliner Leierkasten Couplets, 19. Jh, ZPKM

 

Das Jahrbuch „Lied und populäre Kultur“ möchte für 2020 das weite Feld populärer Lieder der Zeit zwischen Französischer Revolution und dem Ersten Weltkrieg multiperspektivisch beleuchten und bittet um entsprechende Beitragsangebote.

Die komplette Ausschreibung finden Sie hier.



Kleine Fächer – große Wirkung?

Workshop 23. 24. Mai 2019 in Stuttgart, Landesmuseum


Wie Museen, Archive und Universitäten erfolgreich kooperieren: Kleine Fächer leisten exzellente Forschung und Lehre. Sie produzieren in ihrer Vielfalt Wissen, das hilft, gesellschaftliche, politische und auch technologische Herausforderungen in ihrer Entwicklung zu verstehen und einzuordnen. In den großen Förderstrategien der Exzellenzinitiativen finden sie jedoch nur selten einen Platz.


Deshalb schufen Bund und Länder in den letzten Jahren Instrumente zur Stärkung kleiner Fächer. Vor allem durch interdisziplinäre und institutionelle Vernetzung inner- und außerakademischer Institutionen kann diese Stärkung erfolgen.
Im Rahmen des Verbundprojekts „Vernetzt lernen, forschen, vermitteln. Eine Kooperation volkskundlicher Sammlungsinstitutionen mit Universitäten“ (2017 – 2019) wurden gemeinsame Bearbeitungsfelder bestimmt und diesbezüglich intensive Erfahrungen gesammelt.

Die Ergebnisse und aufgeworfenen Fragen weisen über den Fächerkanon Kulturanthropologie / Empirische Kulturwissenschaft / Volkskunde hinaus und sind auch für andere Kleine Fächer von Interesse.

Programm des Workshop
 

  

Ausstellung in Freiburg

Projekt "Vernetzt lernen, forschen, vermitteln: Arbeit in Sammlungen"

Hervorgegangen aus dem Projekt "Vernetzt lernen, forschen, vermitteln" haben Studierende der Universitäten in Freiburg und Tübingen eine Ausstellung zu historischen und gegenwärtigen Arbeitskulturen entwickelt. Sie wird im Weingut Andreas Dilger in Freiburg vom 18. Februar bis zum 17. März 2019 gezeigt.



 

 

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Bibliotheksnutzung:

Lehrende und Studierende der Uni Freiburg können die Bibliothek vormittags nach Voranmeldung besuchen:
bibliothek@zpkm.uni-freiburg.de
(0761) / 70 503 0

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Anna Braun:
Von "Art School" bis "Underground Club" : Räume der Interaktion von visueller Kunst und Popmusik im London der 1960er Jahre
 
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 Jahrbuch des Zentrums für Populäre Kultur und Musik

 

  

 
Heike Frey:
Lili Marleen hatt' einen Kameraden
 
 

 

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